Neutral wie ein weisses Blatt Papier

Stelle dir einmal vor das Leben ist, wenn du auf die Welt kommst, wie ein Blatt Papier. Dieses Blatt hat zwei Seiten, eine Vorderseite und eine Rückseite. Auf der Vorderseite ist das Blatt weiß. Auf der Rückseite ist es beschrieben und bemalt mit deinen persönlichen Farben deiner Emotionen, die du durch deine Bewertungen aus früheren Leben darauf abgespeichert hast.

Die Vorderseite ist leer und sie könnte auch so bleiben, wenn da nicht die ständigen Bewertungen und Verurteilungen wären. Jeder Moment der ist, wird automatisch von dir bewertet. Bewertungen laufen bei den meisten Menschen wie ein eigenständiger Mechanismus ab. Oft fällt es dir gar nicht auf, was du und wie du Situationen und Erfahrungen bewertest oder verurteilst.

Auf der Rückseite ist vieles geschrieben und viele verschiedene Farben füllen diese Seite aus. Die Rückseite ist wie deine Vergangenheit aus den vielen verschiedenen Inkarnationen. Hier wurde alles was du je erlebt hast aufgeschrieben. Deine Emotionen, die du beim Erleben deiner Erfahrungen hattest füllen das Blatt mit verschiedenen Farben aus. Einige der Farben sind kräftig andere wiederum zart. Doch jede Farbe und jede deiner Farbstärken haben ihre Bewandtnis und ihre Aussagekraft.

Je nachdem wie viel und wie stark hier dein Blatt ausgestattet ist, umso stärker sind die Glaubenssätze und auch deine Erinnerungen dazu.

Also stellen wir uns jetzt mal vor: die Vorderseite deines Blattes ist weiß bei deiner Geburt. Im Laufe deines Lebens beschreibst und bemalst du das Blatt mit deinen Erlebnissen, Erfahrungen und Bewertungen. Alles was du erlebst wird automatisch von dir bewertet. Jede noch so kleine Situation und jedes Ereignis wird sich in deine Bewertungsreihe einordnen.

Du wirst sehr großzügig mit Farben und Schriften sein und so entsteht ein Muster. Nach deinem Ableben wird deine Rückseite entweder neu beschrieben oder aber auch verschiedene Glaubensätze oder Bewertungen werden noch mehr vertieft. Auf der Rückseite deines Blattes werden die Erfahrungen, Erlebnisse und Bewertungen aus anderen Leben verglichen und dann je nach dem überschrieben oder dazu gefügt.

So ist es in jeder Inkarnation gewesen und daraus haben sich dann deine Glaubenssätze, Verhaltensmuster und Speicherungen mit deinen dazugehörigen Emotionen bei dir sehr tief abgespeichert, teilweise wurden auch einige vielleicht gelöscht und andere eher verstärkt.

Alles was du also erlebt hast ist auf der Rückseite deines Blattes zu finden. Wie bei einer Festplatte. Nur die Festplatte hat keine Gefühle oder Emotionen. Anders bei deinem Unterbewusstsein hier sind die Emotionen mit abespeichert.

Erfahrungen, Ereignisse und Situationen, die für dich sehr schlimm und tiefgreifend waren, wurden viel kräftiger vermerkt als Erfahrungen, die weniger schlimm für dich waren.

Wenn wir dir jetzt sagen würden: lasse dein Blatt einfach weiß, also bewerte und verurteile nichts von dem was du erlebst oder erfährst.

Was würdest du darüber denken?

Sofort würdest du sagen: das geht nicht und das ist doch Unsinn, denn wenn mir etwas passiert oder ich etwas erfahre was mir weh tut oder mir einen Verlust bringt, dann kann ich doch nicht hin stehen und sagen alles ist in Ordnung und nur halb so schlimm.

Ja so haben wir auch zuerst gedacht. Und es hat schon einiges dazu gebraucht hier zu erkennen, dass alles was in meinem Leben passiert eben einen Grund hat. Es gibt kein strafender Gott der nur darauf wartet mir etwas anzutun. Es gibt kein Gott der sich in mein Leben einmischen wird. Du selbst bist ein Teil von Gott und du selbst erschaffst dir deine Erfahrungen oder Erlebnisse so wie du diese benötigst um daran zu wachsen.

Weisheiten kommen aus den Erfahrungen. Wissen aus den Büchern.

Wenn du keine Erfahrungen machen würdest, könntest du deinen Mitmenschen auch nicht erzählen was du erlebt hast und wie du darauf reagiert hast. Die Weisheit ist eines der wertvollsten Geschenke die wir hier auf der Erde erleben können. Und unsere Seele entscheidet schon vor der Geburt, welche Erfahrungen sie machen möchte und du entscheidest dann, wie du diese Erfahrungen bewertest oder verurteilst. Dies liegt in deiner Macht und du bist für diese Macht eigenverantwortlich. Du trägst alleine die Verantwortung über das was du glaubst, denkst, fühlst und wie du darauf reagierst.

Bist du ein Opfer dann bleibst du auch immer ein Opfer. So sind die Spielregeln.

Für uns ist die Farbe Weiß die Neutralität. Sie ist in allem enthalten und doch neutral. Auf weiß kannst du jede Farbe verwenden und jede Farbe bleibt sich treu.

Warum ist die Neutralität so wichtig und warum brauche ich sie? Wie kann ich sie erreiche und ab wann bin ich wirklich neutral?

Wir beide haben gelernt, dass alles immer zwei Seiten hat. Wie bei einer Münze gibt es eine Seite mit der Zahl oder es gibt die Kopfseite. Beide Seiten haben ihre Berechtigung in der Dualität. Und beide sind gleich viel wert.

Durch diese zwei Seiten konnte die Dualität erst so richtig entstehen. Dualität bedeutet zwei.

Also muss es von allem mindestens zwei Seiten geben.

Das Gute und das Böse, Licht und Schatten, positiv und negativ, hell und dunkel, lieb und böse, gesund und krank.

Wie du sehen kannst wurde die Dualität sehr gut aufgebaut. Durch dein Bewerten oder Verurteilen entscheidest du dich immer nur für eine Seite. Dadurch findet ständig die Trennung statt.

Etwas was einfach ist wird bewertet und dadurch wendest du dich einer Seite zu oder einer Seite ab und so entsteht die Trennung. Die Spaltung von etwas Vollkommenen wird aufgespalten in entweder die eine Seite oder die andere.

Jetzt möchte der Mensch immer nur die positiven Seiten im Leben haben.

Warum ist das so?

Vor der negativen Seite hat er Angst. Denn die negative Seite hat er durch seine Erfahrungen die er gemacht hat immer wieder von sich abgestoßen. Er hat für sich die Entscheidungen getroffen, dass negativ etwas Schlimmes ist.

Wer möchte schon gerne eine Erfahrung machen die schmerzhaft ist, die Verlust bringt oder die Einsamkeit? Wer möchte gerne Erfahrungen machen von Gewalt, oder Krieg, von Krankheit oder Tod?

Niemand möchte solche Erfahrungen machen und wenn uns im Leben irgendetwas passiert was man eben nicht erleben möchte, macht man gerne das Schicksal oder irgendeinen Grund dafür verantwortlich.

So ist es mit dem Verhalten, Glauben und den Erfahrungen im Leben.

Wir Menschen kommen hier her auf diese Erde um Erfahrungen zu machen und wir Menschen deklarieren dann die Erfahrungen als gut oder schlecht. Jeder Mensch möchte nur die tollen, positiven Erfahrungen machen und ein sorgefreies, glückliches Leben haben.

Wir beide haben erkannt, dass wir hier her gekommen sind um Erfahrungen zu machen. Erfahrungen in jeglicher Art und jede Erfahrung birgt ein großes Geschenk in sich.

Wir wollten uns hier als Menschen erfahren und dazu gehören auch die Erfahrungen die wir so alle gemacht haben. Durch diese Erfahrungen sind wir erst zu den Menschen geworden die wir sind. Also hat es sämtliche Erfahrungen benötigt um zu dem Menschen zu werden der wir heute sind.

Am Anfang ist eine Erfahrung die du machst neutral wie das weiße Blatt Papier. Die Erfahrung ist wie sie ist. Die Erfahrung ist ein Geschenk und jetzt liegt es wiederum an dir selbst was du aus dieser Erfahrung machst.

Der Mensch verändert die neutrale Erfahrung durch sein Bewerten oder sein Verurteilen in das was er schließlich glaubt was diese Erfahrung ist. Eigentlich ist sie wie sie ist und durch seine Bewertung und Verurteilung macht er daraus das was sie dann für ihn ist.

So hat die Erfahrung gar keine Chance gehabt zu sein was sie ist, sondern sie bekam sofort einen Stempel daraufgesetzt und wurde dann zu dem was der Mensch glaubte, was diese Erfahrung ist.

Wenn wir Menschen lernen könnten alle unsere Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen durften, als Erfahrungen einfach stehen zu lassen, ihr kein Stempel mehr zu geben und dadurch nicht mehr zu entscheiden was gut oder schlecht ist, könnten wir die Spirale der Erfahrungen viel schneller durchschreiten. Die meisten Erfahrungen erleben wir oft als Wiederholung damit man beim nächsten Mal die Chance hat sie auch von einer anderen Seite zu betrachten.

Viele Erfahrungen, man kann sie auch einen roten Faden nennen, erleben wir immer und immer wieder bis wir ihr gegenüber gelernt haben, dass sie keine Bestrafung ist sondern vielmehr ein Geschenk. Wenn wir den Erfahrungen gegenüber neutral bleiben und sie nicht mehr verurteilen, sind wir im Frieden mit dem was wir erlebt und erfahren haben.

Die Wiederholungen hören auf und wir haben dann die Möglichkeit auch mal etwas anderes zu erleben und zu erfahren.

Unsere Seele möchte Erfahrungen machen, sonst wäre sie nicht hier und wir als Menschen sollten, egal welche Erfahrungen wir machen durften, diese nicht bewerten.

Es hat einen Grund warum unsere Seele gerade diese Erfahrung machen wollte. Und es hat einen Grund warum wir gerade das Erleben und daraus unsere Erfahrungen machen wie es ist.

Wenn wir also die Bewertung einer Erfahrung oder die Verurteilung fallen lassen würden, würde unser Blatt weiß bleiben. Einfach weiß!!!

Das ist die Neutralität und diese wird gebraucht wenn man einen Seins Zustand erreichen möchte. Ohne Neutralität kann man keinen Seins Zustand erreichen, da man ja an seinem Zustand immer wieder etwas zu bewerten hat.

Für die meisten Menschen wird dieses Feld eine wahrlich große Herausforderung sein. Es ist die Herausforderung zu erkennen: wann bewerte ich und wie bewerte ich. Dann sein Verhalten mal zu überdenken und daraus das Verhalten zu verändern und ins Vertrauen gehen, dass nur das an Erfahrungen auf mich zukommt, was in meine Lebensplan und Lebensweg eingebaut wurde um daraus das Geschenk der große Weisheit zu bekommen.

 

Weise ist der, der für sich weiß, dass alles im Leben
 ein Geschenk ist und alles ein Geschenk für einen bereithält.
Er mit allem was war in den Frieden geht und alles was ist aus dem Feld des Friedens annimmt.